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Kamera:
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Die „Kamera" war ein
kleines Kino in einer Seitenstrasse der Vorstadt. Eines dieser alten Kinos.
Zigarettenrauch lag in der Luft und das Licht des Projektors brach sich
in dem Nebel. Es war, als würde man in die Vergangenheit reisen, wenn
man dieses Kino betrat. Es gab kein Dolby Surround. Oft konnte man sogar
das Rattern des Projektors hören. In der „Kamera" wurden keine Blockbuster
gezeigt. Meistens Kunstfilme, Liebhaberstücke und Klassiker. Samstags
war UFA-Abend. Meist wurden dann sogar zwei oder drei Filme gezeigt. Das
Publikum ging in Abendgarderobe ins Kino. Ein Besuch in der „Kamera" war
immer etwas besonderes. Die Damen saßen dann dort in schönen
Kleidern und rauchten dunkle Zigaretten in langen Spitzen. Die Herren im
Smoking edle Zigarren. In den Pausen spielte eine Jazz-Band. Man ging gerne
in die „Kamera" und träumte mit Marlene Dietrich, Zarah Leander und
Pola Negri, lachte mit Heinz Rühmann, und genoss den Charme von Willi
Forst. An diesen Abenden erinnerten sich die Besucher an ihre Jugend auf
eine ganz andere Weise, als wenn sie im Fernseh eine Bericht über
den Krieg sehen...
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